Bundesbildungsanstalt für Elementarpädagogik Mureck

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Eingewöhnungsphase

Der Übergang (Transition) in eine neue personale und materielle Umgebung ist für das Kind ein großer Meilenstein in seinem Leben und fordert es in seiner Selbst- und Sozialkompetenz sehr.

Im Besonderen für das Kind unter 3 Jahren stellt dieser Übergang in eine außerfamiliäre Betreuung eine enorme Herausforderung und Aufgabe dar.

Das Kind ist gefordert, sich ein- zu gewöhnen. Neue Regeln und  Rituale werden gelernt und Kontakte zu "neuen" Menschen (KindergartenpädagogIn, Betreuerin, gleichaltrigen Kindern) werden geknüpft.

Um diese Eingewöhnung zu unterstützen, bedarf es einer guten, offenen Zusammenarbeit von Eltern, PädagogIn und Kind. PädagogInnen und Eltern sind aufgefordert, das Kind bestmöglich zu unterstützen.

Dabei bilden Eltern – Kind – PädagogIn eine Triade, welche sehr gut aufeinander abgestimmt sein muss. Diese Triade ist aufgefordert, das Kind bestmöglich zu unterstützen. Dabei geht es vor allem um das Vertrauen in das Kind, dass es sich in dieser neuen Umgebung zurecht finden kann und sich gut entwickeln wird.

Vor allem wichtig ist es, dass sich die Eltern für die Anfangsphase der Eingewöhnung Zeit für ihr Kind nehmen und am Prozess direkt beteiligt sind, denn das Kind erlebt...

  • einen Wandel der Identität und Rolle (ist nun auch ein Kindergartenkind)...
  • einen Wandel der Beziehungen (Eltern-Kindbeziehung wird zu Kind-PädagogInbeziehung)....
  • pendelt zwischen Lebenswelten (Familie – Institution) und...
  • erlebt starke Emotionen und Stress (Lösungsangst, Zeitplan, Angst, Unsicherheit)...

Das Kind.....

  • darf Kind sein – nach eigenem Ermessen und Können entdecken
  • darf weinen und traurig sein
  • sich mit der neuen Umgebung auf seine Art und Weise, nach seinem Tempo, vertraut machen

Unterstützt wird es dabei von den Eltern durch...

  • Klarheit (Entscheidung für den Kindergarten - vermittelt dem Kind Sicherheit)
  • Vertrauen (in das Kind und die Institution setzen - erzeugt eine positive Atmosphäre)
  • Regeln der Institution beachten und einhalten (schafft Klarheit)
  • Regelmäßigkeit (Kindergartenbesuch) gewährleisten
  • Verantwortung (für sich selbst und das Kind) übernehmen (beugt einer Überforderung des Kindes vor)
  • Traurigkeit zulassen und trösten können (fördert die Bindungsqualität)
  • Auswirkungen (Unsicherheit, Angst, Freude,..) jeglicher Art mittragen können (vermittelt dem Kind Aufmerksamkeit und Vertrauen.

von der PädagogIn durch...

  • pädagogischen Auftrag (altershomogene Gruppe gibt dem einzelnen Kind adäquate Zeit und Möglichkeit für seine Eingewöhnung und Entwicklung – im Sinne einer guten Bindungsqualität arbeiten)
  • abholen und begleiten (an der Entwicklungsbiografie des einzelnen Kindes anknüpfen)
  • Traurigkeit zulassen und trösten können (Traurigkeit ist gerade in dieser Phase ein zutiefst nachvollziehbares Gefühl und muss akzeptiert werden)
  • Informationsaustausch (über Befinden und „Veränderungen“ des Kindes...)
  • Beobachtungsmomente festhalten (Eingewöhnungsstatus)

vom Raum, der sogenannte 3.Erzieher (nach Reggio) bietet dabei dem Kind...

  • Schutz
  • Vertrauen
  • Orientierung und damit einen
  • sicheren Rahmen....der sich nach und nach mit den anderen Räumen und damit mit den Kindern der anderen Gruppe verbindet und öffnet.

Die PädagogIn, sowie das gesamte Team sind dabei im höchsten Maße gefordert mit großem Respekt, umfassender Aufmerksamkeit und Empathie die Kinder und Eltern in diesem Prozess zu unterstützen und zu begleiten.

An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen, dass es sein kann, dass ein Kind sich noch nicht von den Eltern lösen kann. Dann ist es unumgänglich,sofern das Kind nicht im Pflichtjahr ist, eine nichtinstitutionelle Art und Weise der Betreuung, Begleitung und Bildung für das Kind zu finden, an der es beruhigt, sicher und aktiv teilnehmen kann.


Gut eingewöhnt ist das Kind dann, wenn es sich, von Mama und Papa lösen kann, nach Bedarf an die PädagogIn wendet und sich auch, falls notwendig, von ihr trösten lässt.

Lesen Sie dazu:
Jesper Juul
Angelika van der Beek
Steve Bidulph
Kindergarten heute ( Herder)
Unsere Kinder